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Der Name Kriessern kommt zwar schon 1164 als "griezarrûn" vor. Der Hof wird aber erstmals in der Urkunde vom 18. August 1229 erwähnt. Die eigenständige Pfarrei Kriessern hat aber keine so lange Geschichte aufzuweisen wie der freie Reichshof mit seinen verschiedenen Rhoden. Jahrhundertelang mussten die Kriessner bei jeder Witterung und Jahreszeit den für die damaligen Verhältnisse recht weiten Weg nach Montlingen zurücklegen, wenn sie den Gottesdienst beiwohnen wollten. Kriessern besass zwar nach 1595 eine Kapelle. Sie war der Mutter Gottes geweiht. Aber der Kapellbau erfolgte unter der Bedingung, für deren Unterhalt selber aufzukommen, und an diese durften keine Vermächtnisse gemacht werden, um die Einkünfte der Mutterpfarrei zu Montlingen nicht zu schmälern. Die Kapelle erhielt erst nach 1640 einen eigenen Tabernakel. Ein Kaplan, "Frühmesser" genannt, feierte in der Folge einmal wöchentlich eine Messe in Kriessern.
1721 erfuhr die bescheidene Liebfrauenkapelle einen vergrösserten Neubau mit einem Innenmass von 48 Schuh in der Länge und 18 Schuh in der Breite (14,4 x 5,4 Meter). 1733 wandten sich die Kriessner dann
an den Bischof von Konstanz mit der Bitte, wegen der weiten Entfernung zu Montlingen "das schon habende Kirchlein" zu einer Pfarrkirche zu erheben und "einen eigenen Priester und geistlichen Seelsorger" zu gestatten.
Mit Ausnahme des Montlinger Pfarrers, dem eine Entlastung - Kriessern hatte damals etwa 50 Haushalt-ungen und 300 Einwohner - nicht ungelegen kam, wandten sich alle übrigen Einwohner der anderen Rhoden gegen die Trennungsgelüste der Kriessner. Für die Mutterpfarrei Montlingen, die sowieso in finanziellen Schwierigkeiten sei und daher der Hilfe aller Pfarreikinder bedürfe, ergäben sich aus der kirchlichen Abtrennung Kriesserns nicht zu verkraftende Verluste. Die Kriessner aber gaben nicht nach und suchten Unterstützung beim Abt von St.Gallen. Obwohl sich der Graf von Hohenems mit feurigen Protestschreiben dagegen sträubte und die Montlinger sogar bis vor den Päpstlichen Nuntius in der Schweiz gelangten, wurde Kriessern mit dem Stiftungsbrief vom 14. August 1734 zur eigenen Pfarrei erhoben. Im November desselben Jahres wurde der erste Pfarrer in Kriessern, Johann Melchior Müller von Näfels, mit grosser Begeisterung empfangen.
1766 wurde die Kirche abermals vergrössert und zwar auf die Masse 80 Schuh Länge, 38 Schuh Breite und 28 Schuh Höhe (24 x 11.4 x 8.4 Meter). 1841 wurde mit dem Ankauf einer neuen Orgel auch die Empore vergrössert. Nachdem 1894 der Friedhof an seinen heutigen Standort verlegt worden war, begann man mit der von der Kirchgenossenversammlung genehmigten Kirchenvergrösserung, die in ihren Ausmassen und gemessen an der langen Bauzeit beinahe einem Neubau gleichkam. Am 8. September 1898 erfolgte zusammen mit der Kirchweihfeier die Einweihung des neuen Gotteshauses. 1965/66 stand dann eine weitere vollständige Renovation an, nachdem 1908 das elektrische Licht installiert, 1939 der Verputz des Kirchturmes vollständig erneuert und 1957 die elektrische Läutanlage in Betrieb genommen worden waren. 1970 wurde die neue Orgel in einem feierlichen Amt eingeweiht.
An der ausserordentlichen Kirchbürgerversammlung vom 27. November 1992 wurde ein Kredit über 3,15 Mio. Franken für eine erneute Renovation gesprochen. In der Zeit vom 3. April 1993 bis 26. Juni 1994, dem Tag der feierlichen Altarweihe mit Bischof Otmar Mäder, wurde das Gotteshaus vollständig saniert und den Bedürf-nissen der Liturgie anpasst.

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