Information

Die Kirchenglocken unserer Pfarrei

 

Die Glocken der Kirche spielen im Leben der Gemeinde eine wichtige Rolle. Sie dienen dazu, den Beginn des Gottesdienstes anzuzeigen und die Gottesdienstgemeinde zusammenzurufen. Sie fordern auch zu privatem Gebet auf (Angelus-Läuten). Sie erklingen an den wichtigen Lebensstationen des Christen: Taufe, Hochzeit, Tod. Sie künden Freude und steigern die Festlichkeit, machen Not und Katastrophen bekannt.

Hier hören Sie das Geläut unserer Pfarrkirche

Wenn Sie weiterlesen wollen: Hier finden Sie einiges Wissenswertes zu den Glocken:

 

Schon 1435 erklang in Oberriet die älteste unserer Glocken (die Fridolinsglocke) bei Versehgängen und Rheinüberschwemmungen. 1467 war das Rheintal von den Schweden bedroht. Diese marschierten in Vorarlberg ein. Die Rheintaler Gemeinden hatten ein Gelöbnis abgegeben: wenn sie von den Schweden verschont blieben, mögen „bis auf ewig" im Sommer um 14.00 Uhr die Kirchenglocken läuten. So wird bis heute dieses Versprechen eingehalten.

Wenngleich die Bedrohung durch Krieg und Naturkatastrophen zurückgegangen ist, bleibt die Aufgabe der Glocken, von Freude und Leid der Bevölkerung zu künden und diese miteinander zu teilen, sowie zu erinnern, dass alles menschliches Leben seinen Ursprung und sein Ziel in Gott hat, also verdanktes Leben ist. Grund genug, miteinander immer wieder dankend, bittend, hoffend und glaubend Gottesdienst zu feiern.

Die Glocken laden dazu bei, jeden Tag (wie auch das weltliche Jahr) im Namen Gottes zu beginnen und zu beenden. Die Glocken künden die Geburt eines Kindes (in der Tauffeier) und den Tod eines Mitbewohners (Endläuten). Nicht zuletzt mahnen sie die Bevölkerung, den Tag des Herrn, den Sonntag, den ersten Tag der Woche als Ruhetag zu achten.

Auch wenn sich die Lebensgewohnheiten der Menschen im vergangenen Jahrhundert geändert haben, bleibt die Glocke eine „wichtige Botschafterin"!

Gabi Ceric, Pfarreibeauftragte

Die Kirchenglocken im Detail

1. Martinsglocke: 2816 kg, Ankauf von Chur 1899 (B) „Ein Herold Gottes auf der hohen Warte künd ich die Zeit, die Freudige – die Harte. Ich rufe dich, o Christ, zum Heil. Die Stunde flieht – zu Gott ist Eil! Weichend der Gluten vereinigter Flammen schmolz die geborstene Glocke zusammen – doch ein veredelter Phönix entstieg dieser Asche: dem Kampfe der Sieg! Gegossen für die löbliche Stadt Chur in Felsberg 1841"

2. Christusglocke: umgestimmt 1899 (Es) „Zahlreicher Bürger freie Beschehrung schuf mich die Eintracht zur Gottesverehrung. Drum ist zu verkünden mir fortan beschiedene: Dem Höchsten die Ehre, den Sterblichen Frieden. Christus cruce defendit fideles (Übersetzung: Christus verteidigt die Gläubigen mit dem Kreuz) Erstellt durch freiwillige Beiträge der Pfarrgenossen. Gegossen von Gebr. Grassmayr in Feldkirch 1863

3. Marienglocke: 907 kg (Ges) „Ave Maria, o leite und führe uns himmlischer Stern zur Heimat, zum Himmel, zu Gott unserem Herrn. Gegossen von Gebr. Theus in Felsberg 1899"

4. St. Johannesglocke: As „Exurgat Deus, et dissipentur inimici eius Ps 67. Anno 1754 refusa fuit haec campana ex munificentia rdmi et amplmis dd: Anselmi lib: exempti imp: monrii Ottobur abbatis p.t exempti huius loci priore p Beda Braunmiller" (Übersetzung: Gott erhebt sich und seine Feinde werden zerstreut Ps 67. Im Jahre 1754 wurde diese Glocke gegossen durch die Güte des ehrwürdigen und hochgeehrten Herrn Anselm, Abt des freien Reichskloster Ottobeuren. Zur Zeit als P. Beda Braunmiller Prior für diesen freien Hof war.)

5. St. Wolfgangsglocke: 433 kg (B) „Heiliger Wolfgang, dir weihten die Väter Haus und Gut. O halte sie in treuer Hut. Gegossen von Gebr. Theus in Felsberg 1899"

6. ältere Wolfgangglocke mit Wolfgangbildnis (Es) „Jesus Gottes Sohn, sey unsere Hilf auf Erden. Maria bit für uns, damit wir selig werden. Jakob Grassmayr hat mich gegossen 1820"

7. Fridolinsglöckchen: vom Schloss Blatten (G) „Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum MCCCCCXXXVIIII" (Übersetzung: Gegrüsst seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, 1539)

Das Glockengeläut während des Tages: 6.00 Uhr Tagesbeginn 11.00 Uhr Angelus-Läuten 14.00 Uhr 25. April bis 14. September 16.00 Uhr (samstags): Sonntagseinläuten Abends zwischen 19.30 und 20.00 Uhr (bzw. nach dem Rosenkranz): Tagesende während des Kirchenjahres: Vor allen Gottesdiensten, Festen und Hochfesten (ausgenommen Karfreitag/Karsamstag), sowie Bittgängen und Prozessionen, sowie während der Wandlung in der Heiligen Messe Aschermittwoch, 6.45 Uhr: Fasteneinläuten 30. April, 19.45 Uhr: Einläuten des Marienmonats Mai 1. August: 20.00 Uhr: Läuten zum Bundesfeiertag 31.Dezember/1. Januar: Jahreswechselläuten im Lebenslauf: Taufe: vor der Tauffeier und während der Spendung der Taufe Versöhnung: während der Lossprechung Firmung: bei Ankunft des Firmspenders Hochzeit: vor der Trauung Todesfall: Endläuten: nach Bekanntgabe des Abdankungszeitpunktes: ¼ Stunde mit zwei Unterbrechungen. Folgende Glocke erklingt: Beim Tod eines Kindes: Johannesglocke Beim Tod eines Mannes: Christusglocke Beim Tod einer Frau: Marienglocke Beim Tod vom Papst/Bischof/Pfarrer: nach bischöflicher Weisung Grabläuten: Vor Beginn der Abdankungsfeier auf dem Friedhof: Martinsglocke. Gemäss der Friedhofsordnung wird für alle Oberrieter Bewohner das Grabgeläut verrichtet.

Als Warnung vor Gefahr: Wetterläuten mit Christusglocke: je nach Situation 8 bis 20 Minuten.
Bei Ereignissen landes- oder weltweiter Tragweite: nach bischöflicher Weisung.

Bei öffentlichen Zusammenkünften (z.B. Gemeindeversammlung): nach Anweisung.